Presse

Weinprobe

General Anzeiger - 24.10.2015

„Beruf, Berufung, Leidenschaft" schreibt Sebastian Schneider auf das Etikett seiner Weinflaschen. Gerade mal 25.000 gibt es pro Jahr davon: vor allem Riesling, außerdem etwas Weiß-, Grau- und Spätburgunder von seinen knapp 2,5 Hektar Weinbergen zwischen Mäuseturm und Siebengebirge - noch zu wenig, um allein davon leben zu können. Der junge Winzer aus Bad Hönnigen am Mittelrhein, selbst Jahrgang 1982, arbeitet nach seiner Lehre bei Dönhoff an der Nahe und einer Station bei dem Moselaner Spitzenwinzer Markus Molitor daher noch als Betriebsleiter bei der Genossenschaft Meddersheim an der Nahe. Er beherrscht also das Handwerk und kann zugleich seine Ansprüche zu Hause aufs eigene Niveau nach oben schrauben. Mit seinem Weißburgunder gelingt ihm dabei ein überaus faszinierender und mitreißender Typ, der die Rebsorte präzise widerspiegelt mit dezenten weißen Blüten, einer klaren Apfel- und Zitrusfrucht, dazu ein diskreter Hauch von Ananas. Mit Leichtigkeit und Geradlinigkeit treibt er seine Aromen vom ersten Eindruck bis zum Finale voran, die frische Säure fein geschliffen, der Körper schlank und mit reizvollem Spannungsbogen. Ein Wein mit tollem Preis-Genuss-Verhältnis.

Caro Maurer

2014 Weißburgunder
Weingut Sebastian Schneider, Mittelrhein
Preis: 6,80 Euro
Bei Weingut Sebastian Schneider, Markenweg 8, 53557 Bad Hönningen Tel. (0152) 53840829 oder (0160) 2702244.
Seit Frühjahr gibt es dort auch eine Vinothek
Geöffnet Sa-So 7.-8. 11. 2015, 12-19h und 11-17h

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Deutsche Grauburgunder | Große Klasse für wenig Kohle

www.bild.de - 02.09.2015

Vom gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück kennen wir ja die Debatte um den „Pinot Grigio“, wie der Grauburgunder auf Italienisch heißt. Steinbrück hatte damals gesagt, er würde keinen Wein dieser Rebsorte unter fünf Euro trinken. Ich habe ihm damals Recht gegeben und mache das heute noch.

Man muss aber auch nicht 20 Euro für einen Nobel-Pinot Grigio aus Italien ausgeben. Die deutschen Grauburgunder sind schließlich große Klasse und sie kosten weniger.

Auf dem Probiertisch stehen ein schwäbischer Klassiker und eine schlankere Ausgabe aus der bemerkenswerten Aufsteigerregion Mittelrhein.

Zunächst der Klassiker: Der schwäbische Top-Winzer Hans-Peter Wöhrwag hat mit seinem 2014 Untertürkheimer Herzogenberg Grauburgunder trocken einen gewichtigen, traditionellen Grauburgunder auf die Flasche gebracht.
Es ist ein mineralischer Bursche mit Aromen von Nuss, gesalzener Butter und Orange, ein Wein vom Könner.

Etwas schlanker kommt der 2014 Grauburgunder S trocken vom Weingut Sebastian Schneider vom Mittelrhein daher.
Der Wein ist geschliffen, elegant und hat eine schöne Säurestruktur. In diesem dichten Grauburgunder finden sich neben Nuss, Butter und Orange auch feine Kräuteraromen.

Beide Weine sind sehr gut und repräsentieren ihre Anbauregion in schönster Weise. Beide stehen auch 24 Stunden später noch auf der wieder verschlossenen, kühl gelagerten Flasche. Beide Weine passen toll ins moderne Burgunderglas und halten dort auch stand.

Im Grunde lässt sich meine Gegenprobe zwischen Schwaben und Mittelrhein im Freundeskreis sehr empfehlen. Ich habe zu den Weinen Barbarie-Entenbrust mit Orangensauce, Maronen in gesalzener Butter und karamellisierte Zuckererbsen-Schoten gereicht. Jeder Test ein Fest!

http://www.bild.de/lifestyle/essen-trinken/wein/weinkolumne-grauburgunde...

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Weingut Sebastian Schneider

Gault & Millau WeinGuide Deutschland - 2015

... Überzeugend an der Spitze: die Riesling QbA feinherb vom Münchberg. Die Burgunder des kleinen Weingutes mit seinen weit verstreuten Lagen von Oberheimbach bis Boppard gefallen uns wesentlich besser! Es gibt einen traumhaften frischen und dynamischen Weißburgunder, der vor Leben und Finesse strotzt. Besonders beim holzfass- gelagerten Grauburgunder zeigt der Jungwinzer sein Können. Der 2013er Grauburgunder »S« vom Münchberg ist für uns in diesem Jahr das Burgunder-Highlight.

Anzahl der verkosteten Weine: 10
Bewertungen: 82–86 Punkte

2012 Crémant Brut: 83 Punkte
12,– € | 12,5%
2013 Riesling Steillagen trocken: 82 Punkte
5,70 € | 12,5%
2013 Grauburgunder trocken: 83 Punkte
6,50 € | 12,5%
2013 Weißburgunder trocken: 84 Punkte
6,50 € | 13%
2013 Riesling trocken Alte Reben: 83 Punkte
7,– € | 12,5%
2013 Riesling »S« vom Münchberg trocken: 85 Punkte
8,- € | 13%
2013 Grauburgunder »S« vom Münchberg trocken: 85 Punkte
8,- € | 13%
2013 Riesling feinherb: 85 Punkte
5,70 € | 10,5%
2013 Riesling »S« vom Münchberg feinherb: 86 Punkte
8,- € | 12%
2013 Spätburgunder Rosé trocken: 82 Punkte
6,50 € | 12,5%

Bewertung:
100 Punkte: Perfekt // 95–99 Punkte: Überragend // 90–94 Punkte: Exzellent // 85–89 Punkte: Sehr gut // 80–84 Punkte: Gut // 75–79 Punkte: Passabel

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Weingut Sebastian Schneider

www.mittelrhein-weinfuehrer.de - 2014

Das Weingut Sebastian Schneider besteht seit 2006. Die Eltern des Jungwinzers mussten das Stadtweingut Bad Hönningen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Sebastian Schneider, Jahrgang 1982, ist Weinbautechniker, lernte bei Hermann Dönnhoff an der Nahe und war bei den Weingütern Markus Molitor (Wehlen), Keth (Offstein) und Emrich-Montigny (Bad Kreuznach) beschäftigt. Heute arbeitet er als Betriebsleiter in der Winzergenossenschaft Meddersheim an der Nahe. 2006 hat Sebastian Schneider auf einem Hektar elterlicher Rebflächen mit der Erzeugung eigener Weine begonnen. Anschließend wurde die Rebfläche ausgeweitet und umfasst inzwischen ein Panoptikum von Flächen in Oberheimbach (Klosterberg, Römerberg), Niederheimbach (Froher Weingarten), Boppard (Hamm Weingrube) und Bad Hönningen (Münchberg). Die Oberheimbacher / Niederheimbacher Flächen werden nach Schneiders Vorgaben bewirtschaftet. Es ist eine Besonderheit des Weingutes Sebastian Schneider und einmalig am Mittelrhein, dass die bewirtschafteten Weinberge von Niederheimbach bis Bad Hönningen reichen. Das Rebsortenspektrum umfasst neben Riesling noch Grau- und Spätburgunder sowie Müller Thurgau. Sebastian Schneider vergärt die vorgeklärten Moste in Edelstahltanks, überwiegend mit den natürlichen Weinbergshefen. Stilistisch sieht er sich von Markus Molitor geprägt. Der Weinausbau erfolgte anfangs in der heimischen Garage, inzwischen wurde ein ehemaliger Bauernhof umfunktioniert. Gemeinsam mit Felix Pieper, Christina Wagner und den Philipps-Brüdern hat Sebastian Schneider die Jungwinzerinitiative "Gipfelstürmer" gegründet, die erfreulich frischen Wind in die Mittelrhein-Weinszene bringt.

Die probierten 2006er Weine zeichneten sich allesamt durch eine sehr intensive, überreif-fruchtige Aromatik aus. Am Gaumen waren sie weich und kraftvoll, das Finish war intensiv, aber harmonisch. Der Jahrgang 2007 präsentierte sich mit ausgeprägter Mineralität. Im Vordergrund standen strengwürzige, laktische und mineralische Aromen, die Fruchtaromen traten in den Hintergrund. Es war eine Kollektion von durchweg hoher Qualität, die eine klare Steigerung erkennen ließ. Mit dem Jahrgängen 2010-2012 gelangen Sebastian Schneider kontinuierlich weitere Qualitätssteigerungen. Die Weine waren rebsortentypisch, prägnant, straight und charaktervoll - und das auf durchgehend hohem Niveau.

Die Rieslinge des Jahrgangs 2013 duften nach heimischen und Zitrusfrüchten, Schiefer und Kräutern. Sie bestechen durch Frische, Rasse und Charakter. Schneiders Weine bereiten ein anspruchsvolles und zugleich unkompliziertes Trinkvergüngen. Mit ihrer ausgeprägten Mineralität und Aromatizität sind es spannende Fundstücke vom Mittelrhein zwischen Oberheimbach und Bad Hönningen, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

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Burgunder im Kommen

Weinwirtschaft - 21/2014

Riesling hat als Sektgrundwein nicht ausgedient, doch Burgundersorten legen kräftig zu. Dies ergab zumindest unsere Verkostung von rund 100 Sekten aus klassischer Flaschengärung.

Beim Sekt ist der Trend zu Burgundern unverkennbar. Weiß-, Grau- und Spätburgunder legen schließlich auch im Anbau zu. Kommt Schwarzriesling (oder Müllerrebe) dazu, der in Württemberg stark ist (1.660 der bundesweit 2.200 ha), dann lässt sich problemlos eine klassische Champagner-Cuvée komponieren: Chardonnay mit weiß gekeltertem Spätburgunder und Pinot Meunier, wie der Schwarzriesling in der Champagne heißt.

Zu unserer Verkostung wurden knapp 100 deutsche Flaschengär-Sekte angestellt, meist Qualitätsschaumweine bestimmter Anbaugebiete. Etwa ein Viertel stellte der Riesling, während Burgundersorten etwa zwei Drittel ausmachten. Nun mag das nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt sein, zeigt aber einen deutlichen Trend hin zu den Burgundersorten. Die wiederum gab es je zur Hälfte reinsortig oder als Cuvée in verschiedensten Ausführungen. In den Cuvées fast immer dabei ist der Spätburgunder, sehr unterschiedlich ergänzt durch sämtliche Burgundersorten bis hin zum Schwarzriesling, am häufigsten allerdings mit Weißburgunder.

Der wiederum dominiert ganz klar bei den reinsortigen Burgundern. Schließlich brachte er es auch im Elsass im Crémant noch zu einer respektablen Karriere. Allseits beliebt auch Spätburgunder als Blanc de Noirs und natürlich Chardonnay, den wir hier einfach mal zu den »Burgundern« hinzugerechnet haben.

Nicht zuletzt aufgrund der Burgundersorten dürften die deutschen Sekte auch qualitativ zugelegt haben. Zumindest wurden bei unserer Verkostung die Pinots höher bewertet als die Rieslinge. Die Burgunder reagieren ganz anders auf die Hefereifung in der Flasche als die Rieslinge. Sie gewinnen mehr und positivere, spannendere Aromakomponenten als der Riesling, der mehr von seiner Primäraromatik lebt, die durch die zweite Gärung und einer langen Lagerung auf der Hefe nicht unbedingt an Attraktivität gewinnt.

Insgesamt wurden 80 Prozent der angestellten Flaschengärer als überdurchschnittlich bewertet, knapp die Hälfte als »sehr gut« (ab 85 Punkte aufwärts), jeder zehnte als »herausragend« (ab 89 Punkte).

Das schlägt sich natürlich auch auf die Preise nieder. Unter 10 Euro ist ein Flaschengärer nur noch selten zu haben. Die beliebteste Preisklasse liegt heute zwischen 10 und 15 Euro (etwa die Hälfte unserer Proben), ab 20 Euro aufwärts zu verlangen trauen sich noch nicht viele Erzeuger, bei unserer Verkostung etwa jede zehnte Probe, die dann meist auch als »herausragend« eingestuft wurde.

Deutsche Sekte aus klassischer Flaschengärung
CHARDONNAY- UND BURGUNDER-CUVÉES

(...)
89
2012 Sebastian Schneider
Mittelrhein Cremant brut
Spät- und Weißburgunder mit einem erfrischenden Schuss Riesling, der das Aroma prägt (gelbe Früchte, klassisch Pfirsich ...); leichte Reife und doch frisch, guter Extrakt, dennoch schlank
Bezugsquelle: Weingut Sebastian Schneider, Bad Hönningen
Preis: 12,00 Euro
(...)

Michael Hornickel

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Weinprobe

General-Anzeiger - 11.10.2014

Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensbereichen hat das Alter beim Wein Hochkonjunktur. Je älter, desto besser – das gilt vor allem für komplexe Klassiker aus der „Alten“ Welt, Bordeaux beispielsweise. Außerdem findet man immer öfter den Begriff „Alte Reben“ auf dem Etikett. Nur was bedeutet das eigentlich? Genaugenommen sagt es wenig aus. Denn in Deutschland ist ja fast alles reglementiert, aber nicht, wann Reben tatsächlich „alt“ sind. Es hat sich jedoch als eine Art Qualitätsbegriff etabliert. 55 Jahre allerdings kann man bei den Pflanzen durchaus als alt ansehen. Die Riesling-Reben von Sebastian Schneider wurden 1959 gepflanzt. Tief haben sich im Laufe der Jahre ihre Wurzen in den Blauschieferboden des Weinbergs bei Oberheimbach am Mittelrhein gegraben. Ihre Sturm- und Drangzeit im Wuchs ist heute quasi vorbei, und so hat sich ihr Ertrag auf ganz natürliche Weise reduziert. Die Trauben, die Sebastian Schneider von ihnen erntet, sind kleiner und kompakter als früher, und die Weine, die daraus entstehen, im Geschmack kräftiger, fülliger, konzentrierter. So kann der 2013 Alte Reben die flotte Säure des Jahrgangs in eine dichte Textur betten und sie mit etwas Restzucker in Harmonie wiegen. Insgesamt erscheint der Wein saftig, mit seiner klaren Zitrusfrucht erfrischend – und in seiner Ausdruckskraft zugleich zauberhaft jung.

Caro Maurer

2013 Riesling Alte Reben
Weingut Sebastian Schneider, Mittelrhein
Preis: 7 Euro

Bei Weingut Sebastian Schneider
Markenweg 8
53557 Bad Hönningen
www.schneider-mittelrhein.de

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Exzellente Qualität zum Supermarkt-Preis

www.bild.de - 03.09.2014

Deutschland ist ein teures Weinland – nicht ganz so teuer wie Österreich, aber gute Rieslinge sind selten unter 9 Euro pro Flasche zu haben.
Früher hieß der Geheimtipp für gute und preiswerte Rieslinge Rheinhessen. Inzwischen haben dort viele neue und gute Winzer ihre Qualität dermaßen verbessert, dass sie sich auch höhere Preise erlauben können. Deshalb ist derzeit der wichtigste Geheimtipp für Freunde frischer, knackiger Weißweine der Mittelrhein!

Hier bekommt man gute und sogar sehr gute Qualitäten noch zu Supermarkt-Preisen. Ein sehr gutes Beispiel ist der 2013 Riesling feinherb von Sebastian Schneider in Bad Hönningen. Dieser leckere Riesling springt den Weingenießer förmlich an. Er zeigt die typische Mineralität des Mittelrheins, die sich mit Feuerstein-Aromen ausprägt.

Aprikose und Ananas ergänzen als Fruchtaromen in einer restsüßen Spitze diesen Wein, der nur 5,70 Euro pro Flasche kostet. Der Wein steht noch 48 Stunden nach dem Öffnen wie eine Eins in der wieder zugeschraubten Flasche.

Solch verhalten restsüße Rieslinge sind besonders gut als Begleiter zu pikanten Käsen (z. B. gereifter Camembert) als auch zu geräuchertem Schinken, Leberpasteten und natürlich dem Essen für den kleinen Tierfreund – zur Gänsestopfleber. Das ist politisch nicht korrekt, aber lecker.

Wer des Sommers letzte Rosen mit einem schönen, kühlen Rosé im Garten genießen will, der greife zu Schneiders 2013 Spätburgunder Rosé trocken. Dieser hochelegante Bursche zeigt Mineralität und Hagebutten-Aromen.

Merke: Der Mittelrhein ist zwar kein Rotweingebiet, aber für Rosé-Weine ist er auch prima.

2013 Riesling feinherb. 5,70 Euro pro Flasche.
2013 Spätburgunder Rosé trocken. 6,50 Euro pro Flasche.
Weingut Sebastian Schneider, Markenweg 8, 53557 Bad Hönningen. Tel.: 02635/ 3116

http://www.bild.de/lifestyle/essen-trinken/martin-lambeck/mittelrhein-ri...

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Bezahlbarer Steillagen-Riesling...

www.originalverkorkt.de - 11.08.2014

...mit Ich-will-mehr-davon-Charakter
Kurz bevor ich in die Ferien nach Bonn und Königswinter, also in die letzten Ausläufer des Anbaugebietes Mittelrhein gefahren bin, erreichte mich aus gegenläufiger Richtung ein Paket mit Weinen, die nur unwesentlich weiter den Rhein hinauf entstanden sind. Ich muss zugeben, ich habe Bad Hönningen immer mehr mit Fruchtsäften als mit Wein in Zusammenhang gebracht – das ändert aber natürlich nichts daran, dass dort welcher entsteht. So habe ich mich über das Weinpaket von Sebastian Schneider gefreut, denn ich fühle mich diesem Gebiet durchaus verbunden.

Sebastian Schneider stammt aus Bad Hönningen und hat dort im elterlichen Betrieb des Stadtweingutes Bad Hönningen seine Lehre gemacht um später bei Hermann Dönnhoff seiner Ausbildung einen weiteren Schliff zu geben. Noch bevor er fertig war, erkrankte sein Vater schwer und Sebastian sah sich damals noch außer Stande, das Weingut schon so früh zu übernehmen. Entsprechend haben seine Eltern den Betrieb verkauft und er selbst heuerte bei Markus Molitor an der Mosel an, wo er das Ding mit der Spontanvergärung gelernt hat.

Mittlerweile bewirtschaftet der 32jährige Sebastian seine eigenen knapp 2,5 Hektar am Mittelrhein und somit in einem Anbaugebiet, dass keinen besonderen Ruf hat. Das liegt nicht am Potential, dass das Gebiet hat sondern an zu wenigen Winzern, die das Potential ausschöpfen. Neben Toni Jost, Ratzenberger, Florian Weingart und Matthias Müller gab es lange Zeit kaum weitere bekannte Winzer. Mit Josten & Klein etablieren sich gerade neue Winzer in der vorderen Reihe und der Verbund der Gipfelstürmer, zu denen die hier bereits erwähnten Brüder der Phillips-Mühle gehören und deren Mitglied Sebastian Schneider ebenfalls ist, wollen, wie der Name schon sagt, ebenfalls höher hinaus. Und genau das hat das Gebiet nötig, denn wenn ein Weinbaugebiet keinen Ruf hat, kann der Winzer auch kaum gute Preise verlangen. Das sieht man auch im Preisgefüge von Sebastian Schneider, dessen Steillagen-Riesling mit €5,70 bepreist ist. Ich schreibe das gerne nochmal: Fünf Euro siebzig - für eine Flasche Handarbeit aus steilen Lagen, in denen normalerweise keine besonders hohen Erträge entstehen. Die Konsequenz ist, dass Schneider von dem, was er am Mittelrhein tut, nicht leben kann. Das ist auch anderswo mit 2,5 Hektar Rebfläche nur schwer möglich, doch am Mittelrhein geht es gar nicht. Entsprechend entstehen seine Weine im Nebenerwerb. Das funktioniert nur, wenn man so etwas wirklich will, wenn einen die Passion vorantreibt – zumal Schneiders Lagen wie ein Flickenteppich über das gesamte Gebiet verteilt sind. Wer die Orte Oberheimbach (Klosterberg, Römerberg), Niederheimbach (Froher Weingarten), Boppard (Hamm Weingrube) und Bad Hönningen (Münchberg) einfach mal bei Google Maps eingibt, kann sich vorstellen, was für einen Aufwand die Bewirtschaftung mit sich bringt.

Der Steillagen-Riesling aus Oberheimbach mit dem ansprechenden Etikett hat eine knackige schöne Säure und eine saftige Frucht samt Kräutern dazu. Er füllt den Mund und macht Spaß. Der Wein hat Charakter, und das findet man bei einem Einstiegs-Wein für unter sechs Euro selten. Kurz gesagt, ist das ein Guts-Riesling auf sehr gutem Niveau, für den man bei diesem Preis anderswo wirklich lange suchen muss.

Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte bekommt den Riesling Alte Reben für sieben Euro. Und das ist, ehrlich gesagt, ein ziemlicher Knaller: Der Wein ist tiefer, kräftiger und konzentrierter als der Steillagen-Riesling. Dazu dürfte die Maischestandzeit höher gewesen sein, die eine deutlichere phenolische Note in den Wein bringt. Außerdem gibt es hier steinige Würze und Frucht satt und die Länge stimmt. Das ist ein Riesling, wo andere froh sein würden, wenn sie diese Qualität in ihrem 12-Euro-Wein hätten. Der Riesling steht ebenfalls in Oberheimbach bei Bacharach, was nicht mehr allzu weit von Bingen entfernt ist, dem Ort wo der Mittelrhein endet und Rheingau, Nahe und Rheinhessen sich treffen.

Für alle, deren Budget begrenzt ist und die trotzdem guten bis sehr guten Riesling trinken wollen, sind die Weine von Sebastian Schneider eine absolute Empfehlung. Und für alle anderen, die mal wieder etwas Neues entdecken wollen natürlich auch. Die Weine bekommt man direkt ab Hof über die Website.

http://www.originalverkorkt.de/2014/08/bezahlbarer-steillagen-riesling-m...

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Priewe kauft ein – Update für den Sommer

Feinschmecker - heft 07/2014

Unbekannte Menschen fragen unseren Weinexperten Jens Priewe auf facebook nach Tipps. Seine Antworten lesen Sie hier – und dazu noch ein paar Ratschläge in Sachen Mode.
(...) Mein dritter Weißweinvorschlag ist gewagt. Es handelt sich um einen feinherben Riesling, also einen mit mehr als 18 Gramm Restzucker. Für erklärte Trocken-Trinker ist so ein Wein ein No-Go. Viele Mosel-Winzer hingegen glauben, bei dieser Geschmacksrichtung komme der Charakter des Rieslings am besten zum Ausdruck. Mein Riesling stammt zwar nicht von der Mosel, sondern vom Mittelrhein, aber ich glaube trotzdem, dass er das Zeug zu einem Bestseller hätte, wenn es mehr Flaschen vom ihm gäbe und mehr Menschen wüssten, wo Bad Hönningen liegt. Dort ist der junge Winzer Sebastian Schneider zu Hause. „Feinherb ist nicht lieblich“, stellt er klar, „Säure und Süße ergänzen sich bei diesem Wein perfekt.“ Stimmt, und die feine mineralische Note macht ihn zu einem der schönsten Weine dieser Kategorie, die ich zuletzt getrunken habe (2013 Riesling Münchberg, € 8, (www.schneider-das-weingut.de).

(...)

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Weingut Sebastian Schneider

Gault & Millau WeinGuide Deutschland - 2014

Schneider tischte auch in diesem Jahr wieder eine sehr gute Serie an Riesling- und Burgunder-Weinen auf. Es macht große Freude, die frischen und fruchtgeprägten Rieslinge zu genießen. Die mineralische Note wirkt animierend und die Weine bleiben lange in Erinnerung. Das kleine Weingut aus Bad Hönningen mit seinen weit verstreuten Lagen von Oberheimbach bis Boppard überzeugt in diesem Jahr aber auch besonders durch die Burgunder. Erstmals experimentierte Schneider mit einem gebrauchten Barriquefass. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Der 2012er Grauburgunder »S« ist opulent und verfügt über Kraft und Rasse. Beeindruckend ist das Spiel von Frucht und Gerbstoff.

Anzahl der verkosteten Weine: 10
Bewertungen: 82–86 Punkte

2009 Riesling »S« Sekt Brut: 86 Punkte
10,– € | 12,5%
2012 Riesling trocken: 83 Punkte
5,60 € | 12%
2012 Spätburgunder trocken Blanc de Noirs: 82 Punkte
6,50 € | 12%
2012 Grauburgunder trocken: 84 Punkte
6,50 € | 13%
2012 Hönninger Schlossberg Riesling »S« vom Münchberg trocken: 84 Punkte
7,80 € | 12,5%
2012 Weißburgunder trocken: 85 Punkte
6,50 € | 12,5%
2012 Hönninger Schlossberg Grauburgunder »S« vom Münchberg trocken: 86 Punkte
7,80 € | 12,5%
2012 Riesling trocken Alte Reben: (84 Punkte)
7,– € | 13%
2012 Riesling feinherb: 82 Punkte
5,60 € | 11%
2012 Hönninger Schlossberg Riesling »S« vom Münchberg feinherb: (85 Punkte)
7,80 € | 11%

Bewertung:
100 Punkte: Perfekt // 95–99 Punkte: Überragend // 90–94 Punkte: Exzellent // 85–89 Punkte: Sehr gut // 80–84 Punkte: Gut // 75–79 Punkte: Passabel

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